Archive for November, 2008

Wowis Frisur

S-Bahn-Fahrt in Berlin. Neben mir sitzen zwei Frauen, die eine erzählt der anderen von ihrem Sohn:

„Der Pascal lässt sich jetzt die Haare wachsen. Der will so aussehen wie der Pantelic.“

„Der Fußballer?“

„Ja, der hat so lange Haare. Und der Kevin will aussehen wie der Wo… wie heißt der? Der Wo… Wowereit…“

Unterbrechen wir das spannende Gespräch für einen kurzen Moment und werfen wir einen Blick auf drei meiner 7000 Gedanken in diesem Augenblick: Habe ich etwas verpasst? Hat Wowereit seinen Lebenstraum erfüllt und ist zum Idol geworden? Gehen Kinder mit einem Foto des Regierenden zum Friseur und sagen „So will ichs haben“? Zieht die Altherrenfrisur in unsere Schulen ein?

„Wowereit?“ fragt die andere Frau zurück, für mein Gefühl noch ein bisschen zu wenig irritiert.

„Nee, warte…der heißt Wo… Wo… Woronin. Ja, Woronin.“

Puh. Woronin. Der andere Hertha-Stürmer. Wowi, arbeite weiter an Dir. Vielleicht einfach die Haare wachsen lassen. Dann kannst Du behaupten, die Kids in Berlin eifern eigentlich Dir nach. Und ich werde dann zum Kronzeugen für diese These. Mit dieser kleinen Geschichte, die ich einfach nicht zu Ende erzähle.

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Geruchsnote

Dass die Industrie theoretisch in der Lage ist, Reifen herzustellen, die nicht verschleißen, ist bekannt. Nur würden sie dann eben deutlich weniger Exemplare verkaufen. Ich bin mir sicher, dass sich die Kosmetikindustrie genauso verhält: Sie könnte problemlos Deos produzieren, deren Wirkung nicht nach 5 Minuten nachlässt. Andererseits führt das zu einer gewissen Waffengleichgleicheit. Denn Darwin hatte nur bedingt Recht: Nicht der Stärkere gewinnt, sondern der mit dem stärkeren Geruch. Wer in einem Meeting oder einem Zug neben einem menschgewordenen Stinktier sitzt, will nicht gegen den Nachbarn kämpfen, sondern schnellstmöglich Leine ziehen, um einen neuen Lebensraum zu finden. Die bessere Alternative: zurück stinken. Nachlassende Deos sind quasi naturgewollt bzw. ein Element der Notwehr.

Es gilt die Faustregel: Je älter ein Mann, desto unangenehmer sein Geruch. Es ist also nicht die Ehe, die Paare sexuell entfremden lässt, sondern der Geruch. Frauen riechen noch ziemlich lange gut, oft bis ins hohe Alter. Meine Uroma zum Beispiel konnte zehenweise Knoblauch futtern, sie roch immer nach Rosen. Mein Uropa übrigens auch: Allerdings nach Rosen, in die ein Hund gemacht hat.

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